Aus der Heimat Nummer 26 Seite 10

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Titel

Aus der Heimat Nummer 26 Seite 10

Beschreibung

Dumpf wirbelten die Trommeln; als die Gefallenen des jetzigen Krieges namentlich oufgerufen wurden. Die Nationalhymnen erklangen; als der Kr-anz der Partei für die gefallenen Helden niedergelegt wurde. Die Feier hatte damit ihren Abschluß gefunden; und der Zug bewegte sich wieder geschlossen durch die Ortschaft; um sich dann aufzulösen. Der Abschluß der Opfersonntage hatte ein Ergebnis von 5220.95 RM. Standesamt: Beim Blas! Sepp kam ein gesunder Junge an. Obermaier Hans und Stoffel Jgnaz legten ihren neuen Sprößlingen je den Namen Josef zu. Hochzeit feierte der Bauer Simon^Eschbaumer mit der Bauerntochter Vetty Eschbaumer; zum Zemmer. Das Mahl wurde beim Oberwirt eingenommen. ; Ausgeboten ist die Hausgehilfin Ursula Föhringer von Eichenried mit dem Ökonomiebaumeister Hermann Henris höfer von Goldacherhof. Schnitter Tod holte sich auch ein Opfer; nämlich die Selmerbausrin Anna Ertl im Alter von 85 Jahren. Den Eleitner Mich!; der über 30 Jahre im Gut Zenger-moos als Torfarbeiter tätig war; ereilte in Dingölfing sein Schicksal; wohin er vor einem Jahr zu seiner Tochter verzogen war. Eine Schneelawine sauste vom Hausdach herunter und begrub ihn. Noch ehe ärztliche Hilfe ein-traf; verstarb er. Von unseren Soldaten: Vitus Auerweck und Resen-berger Josef sind zu Obergefreiten aufgestiegen. Wan-dinger Georg; zum Almgirgl; erhielt Las EK. H und das Jnfanteriesturmabzeichen verliehen. Wir gratulieren dem tapferen Streiter. Als leicht verwundet wurde gemeldet Johann Resenberger; zum Baumeister. Ehejubiläen: Auf eine 35jährige Ehegemeinschaft konnten zurückblicken der Maurer Paul Appler und seine Ehefrau Anna; geb. Webersberger; am 4.3.1942. Kaspar Mayer und Magdalena; geb. Knauer; feierten dieses Fest am 22. 3. 1942. Letztere haben fünf Söhne im Felde stehen; davon sind drei verwundet. Sonstiges: Dem Loher Güstl stürzten infolge argen Schneedrucks sein Stadel und Stall ein. Der Schreck der Familie war um so größer; als dies mitten in der Nacht passierte. Auch bei der Billesberger-Mühle wurde infolge Schneerutsches voMDach das Blechdach der Einfahrt weggerissen. Der Bauer Georg Adlberger von Kempfing wurde vom Pferde geschlagen und dabei am rechten Knie verletzt. Nach acht Tagen konnte er wieder das Krankenhaus verlassen. Zelle Niederneuching Wegen Blutvergiftung mußte sich Peter Hermanns-dorfer ins Krankenhaus Erding begeben. Anna Bauer; Stemmertochter; mußte sich einer Blittddarmo'peration unterziehen und kann bald wieder nach. Hause zurück-kehren. Johann Vüxner; Melker bei Burgmaier; mußte wegen Leistenbruchs ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Unserem Kirchenmesner passierte wieder einmal etwas nicht Alltägliches. Er brächte einen gekauften Ochsen nach Hause. Doch dem Meh gefiel seine neue Behausung von außen schon nicht. Kurzerhand machte er- vor der Stalltüre Reißaus; und der Max mußte wohl oder übel auf dem Hintern die Rückreise mit dem Ochsen zur Ausgangsstellung antreten. 10 Wer gut schmiert; der fährt auch gut; dachte sich der Hans als ehemaliger Barbier und nunmehriger Landwirt. Da seine Esottmaschine ständig pfiff und das Schmieröl bezugsbeschränkt ist; kam er auf den Gedanken; daß er doch früher zum Rasieren auch nur Seifenwafser verwendet hatte; und es blieb bei diesem glücklichen Einfall. Als aber dieses Ersatzschmieröl seine Wirkung verfehlte; schrie er mit Leibeskräften um eine Axt. Ein hinzukommender Fachmann belehrte ihn eines Besseren. Er verriet ihm; daß der Maschine gar nichts fehle; sie verlange nur — Heu. Liehe Kameraden! Soeben erreicht mich ein Brief aus dem Osten; in dem ein Kamerad aus Moosinning das Lied vom Belgrader Wachtposten neu verfaßt und den Verhältnissen in Rußland angepaßt hat. Er wünscht den Text in der Heimatzeitung wiederzugeben wie folgt: Grundlose Straßen; und nun sitzt du fest; arm und verlassen; in einem kleinen Nest. Mit schwerem Herzen sitzt du hier in diesem Paradies-Quartier; - ob Pak; ob Pionier. Schweine und Kühe sind im gleichen Na tun; du liegst in der Brühe und merkst es kaum; und wenn dann als Verdauungsrest; die alte Kuh was fallen läßt; dann riecht es wie die Pest in diesem kleinen Nest. Läuse und Flöhe sind leider auch zu Gast; die lieben dich zähe; wenn du sie mal hast; und küßt dich nachts 'ne fette Laus; dann drück sie fest und wirf sie 'naus und träume von zu Haus'. Und auf der Straße; o du lieber Schreck; du liegst in Masse butterweichem Dreck; und sinkst du bis zum Knie hinein; dann danke Gott; denn du hast Schwein; / es könnt' noch tiefer sein. Ab und zu löblich war ein fettes Huhn; doch leider vergeblich; und was machst du nun?' Denk daran; der Sowjetstern hat lediglich nur einen Kern; ; den Sonnenblumenkern. Alles im Leben geht einmal vorbei und machst du eben noch soviel Geschrei. Eibt's auch zu Haus' kein Huhn am Spieß; ess' ein Stück Brot und sei nicht mies; denk daran; wie süß ist Rußlands Paradies. Hört; was ich sage; wir kennen kein Leid; ganz ohne Klage meistern wir die Zeit; -doch eines nur soll man versteh'n; auch wir wollen mal auf Urlaub geh'n; zu unseren Mädeln; zu unseren Mädeln. Und dann zu Hause; sagt; was ihr wollt; wird ohne Pause alles nachgeholt. Der Storch schafft es wirklich nicht allein; man muß; dies sieht doch jeder ein; dabei behilflich sein. Heil Hitler! Euer Heimatberichter.

Urheber

NSDAP Kreisleitung Erding

Quelle

Geschichtswerkstatt Dorfen

Verleger

Erding : Lippl

Datum

04/1942

Beziehung

Typ

Zeitschrift

Identifikator

382

Sammlung

Schlagwörter

Zitat

NSDAP Kreisleitung Erding, “Aus der Heimat Nummer 26 Seite 10,” Onlinearchiv zur NS-Geschichte im Landkreis Erding, accessed 30. September 2022, https://erdinggeschichte.omeka.net/items/show/3164.

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