Postkarte von Gabriel Darbois aus Langengeisling

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Titel

Postkarte von Gabriel Darbois aus Langengeisling

Beschreibung

Postkarte von einem französischen Kriegsgefangenen an seine Eltern nach Reims. Im August 1944 flüchtete er mit einer polnischen Zwangsarbeiterin nach Frankreich. Karte vom 27.3.1944. Verwendet wurde eine Feldpost-Formularkarte (»Feldpost« entsprechend gestrichen), als Auslandspostkarte portogerecht mit 15 Pfennigen freigemacht. Sendungen ins Ausland mussten am Postschalter aufgegeben werden, zum Beweis der richtigen Auflieferung wurde der Datumsstempel des Postamts zweimal abgeschlagen. Die Karte durchlief die Zensur bei der Auslandsbriefprüfstelle Frankfurt am Main, die für das besetzte Frankreich zuständig war: Handstempel »Ae« der Durchlaufzensur auf Marke übergehend (Typ Landsmann ED1.4), handschriftliche Bleistiftvermerke der Zensoren auf der Vorderseite unten, chemische Kontrolle auf Geheimtinte (helle Kreuze, die sich auf dem altersbedingt gebräunten Postkartenkarton abzeichnen).

Pour ne pas changer les bonnes habitudes je vous écrit en quelques lignes aux environs de 11e. Imaginez-vous que je rentre de Velden. Nous sommes allées deux fois dans les décors – oh! rassurez-vous nous avons glissés dans le fossé. Enfin bref. Je n’ai plus le temps de rien faire. J’ai reçu vendredi mon colis No. 21. Comme les précédents il était intacte. Je vous assure qu’il est bien tombé puisque dimanche j’offrai un petit repas à l’occasion de ma fête. J’ose espérer que Papa aura reçu mes voeux à temps. Vous entendez souvent parler des bombardement[s] de Munich. Rassurez-vous ce n’est pas encore Erding; et puis les bombardements quoique violent ne font pas autant de dégâts que l’on vient bien le raconter. Vous ne m’avez toujours pas dit si André Edot était allé vous voir? J’espère qu’il vous aura fait les quelques commissions dont je l’avais chargé. Et Piotin vous a-t-il transmi la demande de certificat que je lui avait fait demander? (Vous y joindrez mon certificat d’électricien d’Orléans. Il doit se trouver dans le tiroir de droite de mon bureau – dans le paire carte.) En attendant de voir bonnes nouvelles, qui se font attendrent pour l’instant Titi

Um bei den guten Gewohnheiten zu bleiben, schreibe ich euch in wenigen Zeilen um den 11. Stellt euch vor, ich komme gerade aus Velden zurück. Wir sind zweimal von der Fahrbahn abgekommen - oh, keine Sorge, wir sind in den Graben gerutscht. Kurz und gut. Ich habe keine Zeit für irgendetwas. Mein Paket Nr. 21 habe ich am Freitag erhalten. Es war wie die vorherigen unversehrt. Ich kann euch versichern, dass es zur rechten Zeit kam, denn am Sonntag habe ich eine kleine Mahlzeit zu meinem Festtag angeboten.* Ich wage zu hoffen, dass Papa meine Wünsche noch rechtzeitig erhalten hat. Man hört oft von der Bombardierung von München. Ihr könnt euch darauf verlassen, dass Erding noch nicht betroffen ist; außerdem richtet das Bombardement, obwohl heftig, nicht so viel Schaden an, wie oft erzählt wird. Ihr habt mir immer noch nicht gesagt, ob André Edot bei euch war. Ich hoffe, dass er euch die verschiedenen Aufträge ausgerichtet hat, um die ich ihn gebeten habe. Und hat Piotin euch die Bitte um das Zertifikat weitergegeben, worum ich ihn gebeten hatte? (Seid so gut, mein Zertifikat als Elektriker aus Orleans beizulegen. Es sollte in der rechten Schublade meines Schreibtischs liegen – im kartonierten Umschlag). In Erwartung der guten Nachrichten, die auf sich warten lassen, für den Augenblick Titi

Quelle

Dietmar Schmitz

Datum

03/1944

Typ

Postkarte

Identifikator

770

Zitat

“Postkarte von Gabriel Darbois aus Langengeisling,” Onlinearchiv zur NS-Geschichte im Landkreis Erding, accessed 28. Juni 2022, https://erdinggeschichte.omeka.net/items/show/3552.

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