Besuch von Stanislaus Mizerski bei der Familie Fertl in Oberdorfen

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Titel

Besuch von Stanislaus Mizerski bei der Familie Fertl in Oberdorfen

Beschreibung

Auf dem ersten Bild ist Ferdinand Herbert zu sehen, ein französischer Kriegsgefangener aus Paris, der von 1940 bis 1945 auf dem Mühlbauernhof von Großvater Wolfgang Fertl in Oberdorfen bei Dorfen lebte. Ferdinand und die Mutter der Familie Fertl hatten eine enge Beziehung, und er kümmerte sich immer liebevoll um die Kinder des Hofes. Vor seiner Heimreise 1945 ließ er sich vor der Kirche in Oberdorfen fotografieren und hinterließ seine Adresse für einen Gegenbesuch in Paris, der jedoch nie stattfand.

Auf dem zweiten Bild ist Stanislaus Mizerski, ein polnischer Zwangsarbeiter, zu sehen, der ab 1943 ebenfalls auf dem Bauernhof lebte. Das Foto stammt aus der Kriegszeit, ungefähr 1944, und zeigt Stanislaus zusammen mit der Familie Fertl. Stanislaus, auch "Stacho" genannt, besuchte nach der Wende 1990 den Mühlbauernhof in Oberdorfen mit seinen Söhnen und besuchte das Grab der Großeltern Fertl. Es kam auch zu einem Gegenbesuch in Polen in Dobrova Wilka. Die Familie erzählte, dass sich die polnischen Zwangsarbeiter immer sonntags auf dem Bauernhof von Wolfgang Fertl trafen, um den freien Tag gemeinsam zu verbringen. Sie berichtete auch, dass sie dort im Keller Schnaps aus Kartoffeln brannten. Ferdinand, der französische Kriegsgefangene, schenkte den Fertls zum Abschied eine Tafel Schokolade. Das dritte Bild zeigt den Fertl Hof in Oberdorfen mit Wolfgang Fertl auf der linken Seite und der Großmutter Klara Fertl in der Mitte mit ihren Kindern. Die Fotografie des Bauernhofs stammt aus 1937 oder 1938.

Im Mai 1945 kamen die Amerikaner nach Oberdorfen, um den Bürgermeister Fertil zu suchen. Ein großer Trupp bewaffneter Soldaten näherte sich dem Mühlbauernhof, während die Familie Fertl voller Angst auf der Treppe vor der Haustür stand und die Amerikaner beobachtete. Als sie das Haus erreichten, lief ihnen Stanislaus (Stacho) entgegen und sprach mit dem führenden Offizier auf Polnisch. Der Offizier funkte in sein Funkgerät, und auf sein Kommando hin kehrte der Trupp Soldaten um und zog ab. Die Familie durfte weiterhin im Haus bleiben, während andere Dorfbewohner ihre Häuser den Amerikanern überlassen mussten. Wolfgang Fertl wurde nicht belästigt, und das Anwesen wurde nie von den Zwangsarbeitern heimgesucht.

Datum

01/1990

Rechte

Wolfgang Waxenberger

Typ

Ereignis

Identifikator

781

Zitat

“Besuch von Stanislaus Mizerski bei der Familie Fertl in Oberdorfen,” Onlinearchiv zur NS-Geschichte im Landkreis Erding, accessed 12. Juli 2024, https://erdinggeschichte.omeka.net/items/show/3563.

Geolokation

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