Aus der Heimat Nummer 56 Seite 7

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Titel

Aus der Heimat Nummer 56 Seite 7

Beschreibung

Der Heldentod unseres Sanitätsfeldwebels Georg Huber ist in der Ehrentafel angeführt. Obgefr. Sebastian S e Ilmei e r (Herzog) liegt verwundet in einem Heimatlazarett.übrigens möchte ich hierbei gleich mitteilen; daß Ihr bei Euerm nächsten Urlaub gleich mit dem Zug bis nach Eitting fahren könnt; denn die Moosbahn ist nun auch für den Personenverkehr in Betrieb. Also in Erding auf den Fahrplan achten!Nun noch etwas von einer Schmalznudel. Eine der Jugendgruppenführerinnen hatte irgendwo eine Schmalznudel aufgetrieben; und statt nun diesen seltenen Genuß mit ihren Kameradinnen zu verzehren; kam sie auf die Idee; diese Rarität zugunsten des Kriegshilfswerks vom Roten Kreuz zu versteigern. Die Angebote kamen nur so angeflogen und einer der Nächstbietenden mußte die Differenz vom letzten zu seinem Angebot bezahlen. So ging die Sache reihum; und als der Zuschlag fiel; war die Summe von 202 Mark beisammen. Hierbei ging es recht lebhaft zu und gab viel zum Lachen. Der Betrag wurde beim Dorfabend dem Ortsgruppenleiter überreicht. Kreisleiter Breitenstein hatte die Summe auf 300 Mark erhöht.;Ortsgruppe FinsingEs hat sich nicht viel getan in unserem Heimatort; aber einige kleine nette Geschichten muß ich Euch schon erzählen:Unser neuer Lehrer und Schulleiter Oelerich hat bei uns Einzug gehalten und ließ sich Möbel und Einrichtung durch unseren Aulbaöh mit dem Traktor von der Station holen. Nun hats aber Aulbach immer eehr eilig und so fiel es ihm erst am Ziele vor dem Schulhaus auf; daß er den Anhängewagen mitsamt dem daraufsitzenden Lehrer gar nicht mehr bei sich hatte. Von Schaben her hatte er den Anhänger verloren und Lehrer Oelerich aus Westfalen schüttelte nur den Kopf über diese sonderbare Transportmethode.Der Au 1 b ach Franzl hatte einen mächtigen Appetit nach einem fetten Gockerl und deshalb rückte er mit dem Flobertstutzen aus; um sich so ein Federvieh zu erjagen. Nun ist er aber in Schützenkreisen als unschädlicher Schütze bekannt und es ist deshalb auch gar nicht überraschend; daß er statt des Gockels seinen Hund getroffen hatte. Ob nun statt des Gockels der Hund in der Pfanne geschmort hat oder nicht; ist uns nicht mehr bekannt geworden.Ortsgruppe ForsternDer Herbst ist wieder ins Land gezogen und die Hackfrüchte gehen ihrer Reife entgegen. Die Kartoffeln sind besonders schön geworden und ein großer Teil ist bereits unter Dach. Emsiges Leben ist überall auf den Feldern zu sehen und die umquartierten Gäste helfen tüchtig mit. In den Obstgärten neigen sich die Äste ob ihrer Schwere und warten auf die Entledigung ihrer Last. Es gibt Arbeit über Arbeit; denn .auch wir wollen unseren Teil zur Gewinnung der Erzeugungsechlacht beitragen.Uber den Fliegertod unseres Fritz Schmid von Pastetten schreibt die Heimatzeitung auf einer anderen Seite.Aus der Zelle Buch ist das gleiche zu melden. Für besondere Ereignisse ist jetzt keine Zeit; nicht einmal zum Heiraten und Sterben; viel weniger noch zum Ankommen neuer Erdenbürger. Dies alles haben wir zurückgestellt; bis die Ruhe des Spätherbstes kommt; dann werden "wir vielleicht wieder mehr berichten können.Ortsgruppe FraunbergBescheiden muß heute der Bericht ausfallen; weil die Ereignisse in der Heimat von der Erntearbeit des Sommers und Herbstes übertroffen werden. Der Mechaniker Anton Reiser; zur Zeit Unteroffizier bei der Wehrmacht; hat mit Johanna Wiesmüller in Fraunberg die Ehe geschlossen. — Die S t r o h ma i e r m u 11 e r von hier ist im Alter'von 84 Jahren verstorben.Der letzte Opfersonntag zum Kriegshilfswerk wurde auch bei uns zu einem echten Bekenntnis zum Führer und seinen Soldaten. Das Ergebnis war im Vergleich zum Vorjahr um 1000 Mark höher.Ortsgruppe GrünbachIn der letzten Ausgabe unserer Feldpostzeitung aus der Heimat wurde schon berichtet über die schönen Betreuungsabende' für die Soldatenfrauen. Auch unsere Ortsgruppe hat diesen schönen Abend erlebt. Neben dem künstlerischen Programm haben wir unsere Soldatenfrauen noch bewirtet und ihnen bewiesen; daß wir ihnen stets zur Seite stehen wollen.Das Kind der jungen Familie Schwarzmeier ist im Alter von nur vier Monaten gestorben. — Frau Lürkens; die unseren Urlaubern au« der Gesellschaft gut bekannt ist; ging wieder in ihre Heimat zurück.Das Sammelergebnis zum WHW. war auch bei den letzten Sammlungen wieder gut. Bei der Ernte haben "wir ■ uns alle gegenseitig geholfen und die umquartierten Gäste halfen ebenfalls feste mit.Der Haidervater von Riedersheim ist ernstlich erkrankt. Wir wünschen diesem arbeitsreichen Mann baldige Besserung!Ortsgruppe Grüntegernbach' Die Geschehnisse der Heimat wollen wir kurz heute zusammenfassen. Beim B a u e r in Hub kam als sechstes Kind ein kleiner Max an. — Thomas Schweindl von Polding hat sich mit Frieda Hollacher aus Kösching kriegstrauen lassen. — Im Krankenhaus in Erding starb Julianne Erhard von Zieglhub. Sie wurde auf dem hiesigen Friedhof beerdigt. Sebastian R i es b e c k (Eberl Wastl) von Grüntegernbach ist im Krankenhaus In Mühldorf gestorben und wurde ebenfalls hier beerdigt.Besonders tragisch waren die Unglücksfälle im Stall in diesem Monat. Der Holzerbauer mußte eine seiner schönsten Kühe notschlachten; weil sie beim Transport an die Bahn den Fuß brach. Der Marx in der Od verlor einen Zugochsen und der P r e s t in Englschalling eine schwere Kuh. Beim Neudeckerbauer in Neudeck; beim Taf elm eier in Adlstraß und beim Neudecker in Stahlharting ging je ein.Pferd ein. Alles harte Verluste. Wir wollen deshalb aber den Kopf nicht hängen lassen; sondern gehen mutig unseren Weg weiter.Von unseren Soldaten berichten wir; daß Georg Gabler (Hommer Schorsch) verwundet in einem Lazarett liegt. Wir wünschen; ihm recht gute Besserung!Ortsgruppe Hofkirchenüber die Geschehnisse in der Heimat ist dieses Mal nicht viel zu berichten. Getreide- und Grummeternte liegen hinter uns und wir dürfen sagen; daß beide von einem selten schönen Erntewetter begünstigt waren. Alles wurde schnell; reichlich und in bester Qualität eingebracht. Und nun geht bereits die Dreschmaschine reihum und die Vorboten des Herbstes machen sich bemerkbar. — Für unsere Kleinsten werden in nächster Zeit NSV.-Kindergärten in Hörgersdorf und Hofkirchen eröffnet.Für beide Standesämter muß ich Fehlanzeige erstatten.Als verwundet wurden uns gemeldet: Eixenberger Anton und Feilermeier Anton von Hörgersdorf; ersterer -wird nun beim silbernen; wenn nicht gar goldenen Verwundetenabzeichen angelangt sein; letzterer ist einer unserer jüngsten Kameraden; die im Osten kämpften. Beiden besonders herzliche Heimatgrüße und -Wünsche zur baldigen Genesung! Für alle eingelaufenen Frontbriefe danken wir herzlich und die Heimat läßt alle Kameraden herzlichst-grüßen und wünscht allen -weiterhin viel Soldatenglück. und eine gesunde Heimkehr.Ortsgruppe LangengeislingWieder ist ein Monat vergangen. Es ist nicht immer leicht; die Frontzeitung mit Nachrichten zu füllen; aber es gibt trotzdem immer Leute; die den Stoff dazu liefern. Dem Maschinisten und berühmten Maulwurffänger Barthl Zech von Eichenkofen legte der Storch den vierten Buben in die Wiege; wozu wir herzlich gratulieren. — Gestorben sind die Böslbäuerin Karolina Kratzer im Alter von 63 Jahren und der Landwirt Max Kressierer im Alter von 50 Jahren.Zum Heeresdienst wurden einberufen Johann Biller von Altham und Kaspar Lex von Eichenkofen. Und damit sind meine Neuigkeiten bereits erschöpft; ich hoffe; daß Euch der nächste Monat mehr bringen wird.7

Urheber

NSDAP Kreisleitung Erding

Quelle

Geschichtswerkstatt Dorfen

Verleger

Erding : Lippl

Datum

10/1944

Beziehung

Typ

Zeitschrift

Identifikator

751

Sammlung

Zitat

NSDAP Kreisleitung Erding, “Aus der Heimat Nummer 56 Seite 7,” Onlinearchiv zur NS-Geschichte im Landkreis Erding, accessed 18. August 2022, https://erdinggeschichte.omeka.net/items/show/3533.

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